Ursprünglich war es das Stammland der Pruzzen (sog. Preußenland) an der Ostseeküste, nördlich des späteren Polen und westlich von Litauen; die südwestliche Grenze war westlich der Weichsel, nordöstlich etwa die Stadt Memel nördlich des Flusses Memel. Das Stammgebiet der Pruzzen ging auch südlich über die Grenzen des Ordensstaates Preußen oder Ostpreußen hinaus.
Ostpreußen wurde nach dem Vertrag von Versailles zunächst nur kaum verkleinert. Zu der ursprünglich vorgesehenen Abtrennung Masurens kam es nicht, da sich die dortige Bevölkerung in einer Volksabstimmung 1920 zu 97 % für einen Verbleib bei Ostpreussen aussprach. Jedoch bekam nachträglich, Anfang der 20er Jahre, Litauen das Memelgebiet zugesprochen, das Anfang 1939, also noch vor Kriegsausbruch, dem Deutschen Reich auf Druck Hitlers zurückgegeben wurde. Infolge von Flucht, Vertreibung und Neubesiedlung wurde die Bevölkerung Ostpreussens zwischen 1944 und 1947 fast vollständig vertrieben. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Ostpreußen zur Sowjetunion und zur Volksrepublik Polen. Heute bildet sein Nordteil die russischeOblast Kaliningrad, der Südteil die polnischeWoiwodschaft Ermland-Masuren mit den Landstrichen Ermland, Oberland und Masuren.